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 Deleted Scene

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KitaKana
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BeitragThema: Deleted Scene   Sa Feb 08, 2014 2:25 am

Hallo alle miteinander! ;D
Hier habe eine kleine, dramatische Scene für euch von einem Buch, das ich vermutlich nie veröffentlichen werde. Der Titel lautet "In deiner Nähe". Sagt mir doch einfach, was ihr davon haltet ^^

Kleine Infos vorweg:
Der Ich-Erzähler ist ein Junge names Marcus, der halb Katze-halb Mensch ist.
Der Mann mit dem Messer ist ein verrückter Hypnotiseur, der ihm das Leben zur Hölle macht und wer am Ende in der Türe steht... das verrate ich nicht Razz
Es könnte ein wenig verwirrend sein, nachdem ihr die Story nicht kennt und es beinahe vom Ende des Buches stammt, aber sie klingt ziemlich schön und dramatisch und darum hoffe ich, dass es euch trotzdem gefällt Wink

Bei Fragen einfach fragen!
Und los geht's...

„Also gibst du noch immer nicht auf?“, antwortete der Mann und griff nach einem Messer, das auf der Küchentheke gelegen hatte. Sein Kopf hob ein wenig an, auf sein Gesicht setzte sich ein grimmiges Grinsen, wie das eines völlig verrückt gewordenen Menschens. Ich wich ein paar Schritte zurück und versuchte wahrzunehmen, was geschah, während er mir lachend näher kam.
„All die Jahre habe ich versucht, dich umzustimmen, habe alles Mögliche getan, damit du endlich damit aufhörst!“, meinte er und schwang mit dem Messer um sich, als wäre es ein Spielzeug, während ich jedem seiner Treffer auszuweichen versuchte. Panik rannte ich zur Haustüre und betätigte den Lichtschalter, sodass gleich darauf vollkommende Dunkelheit den Raum durchfuhr. Zitternd versteckte ich mich hinter dem kleinen Kasten neben der Küchentür und fasste mir angsterfüllt an mein rasendes Herz. Hätte ich nur einen Wunsch frei gehabt, dann wäre es der, das ich nicht so schnell und laut Atmen müsste, damit er mich nicht mehr hörte.
„Doch nichts.“, sprach der Mann und ignorierte, dass er nicht mehr die Hand vor Augen sah, „Du hast immer nur sie geliebt.“
Ich hörte, wie seine Schritte sich durch den Raum bewegten, wie er langsam immer wieder an derselben Stelle vorbeiging, dem Kasten, hinter dem ich hockte und nicht wirklich wusste, wo ich mich versteckt hielt.
„Da kam ich auf eine Idee.“, sagte er und blieb vor dem großen Fenstern stehen, die sich bis zur Wand hinauf streckten, „Ich zerstöre einfach alles, was dir an ihr gefällt. Ihr Haar, ihre Besinnung…“
Ich wagte es, eine Spur von dem Kasten hervorzublicken, um nachzusehen, was er machte, doch genau in diesem Moment schwank sein Blick auf mich und als er meine leuchtenden Katzenaugen hinter dem Schrank erblickte, die sich kurz darauf wieder verstecken versuchten, lief er darauf zu.
„..Ihre Augen!“, brüllt er und schwang das Messer wie eine Klinge eines Schwertes wo er glaubte, mich zu orten. Aber bevor er es bemerken konnte, war ich hinter dem Schrank schon längst wieder verschwunden. Keuchend und mit aufgerissenen Augen blickte ich hinter der Küchentheke hervor.
Ich nahm das Handy aus meiner Tasche und rief bei dem Telefon in der Wohnung an.
Da konnte man das Wandtelefon im Vorhaus auch schon läuten hören und der Mann wandte sich ab, um den Anruf zu antworten.
„Wo sind meine Eltern?“, fragte ich am anderen Hörer, worauf der Mann lachte, den Hörer vom Kabel mit dem Messer trennte und ihn anschließend fallen ließ.
„Du willst es immer noch wissen!“, kicherte er und ich hörte seine Schritte, die immer lauter und lauter wurden, je näher er der Küche kam. Doch plötzlich wurden seine Schritte wieder leiser, als ich dachte, er würde nur mehr millimeterweit entfernt von mir stehen.
„Sie waren Nichtsnutze, mein Lieber. Einer faul wieder andere und genauso stur. Eigentlich hätten sie den Tod verdient.“, sagte er, „Sie waren erfolglos, arm, zerbrechlich, egoistisch.“
Wie ich den Mann so laut von meinen Eltern maulen hörte, konnte ich es nicht mehr aushalten. Ich stand ruckartig auf und schrie durch die Küchentür, in der ich für eine Minute mutig stand:
„Alles Lügen!“ Augenblicklich hatte ich mich wieder in eine andere Ecke verzogen.
„So was.“, grinste der Mann, als er meine Stimme wahr nahm und steuerte auf die Küche zu, „Also nehme ich an, du weißt, wo sie nun sind, habe ich nicht Recht? Hast du es denn nicht schon längst herausgefunden? Hat dir Shane denn nicht schon alles erzählt?“
Shane? Was hatte Shane damit zu tun?
Man nehme einen Menschen und ersetzte ihn.
„Angenommen, du hättest eine schöne Villa gefunden, die jedoch bewohnt ist, doch du wolltestest unbedingt diesen Ort für deine abartigen Vorgehen besuchen.“
„Es war ein Waisenhaus.“, erwiderte Shane, „Zumindest solange, bis er den ganzen Kinder ein Zuhause verschafft hatte.“

Auch er hatte ein Zuhause gefunden. Er fand mich einfach so weinend in meinem alten Haus. Er war es, der auf meinen Platz in der Schule saß. Er wollte nichts von seinen Eltern erzählen.
Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
Shane war es, der meinen Platz einnahm, als der Mann mit der Brille mich in seine Gewalt genommen hatte.
„Asta la Vista, Marcus.“, hörte ich seine Stimme hinter mir und mich durchfuhr ein Schauer, als ich die kalte Klinge hinter mir wahr nahm, die auf mich gerichtet war.
Das ist keine Fantasie, stellte ich fest, das ist die harte Realität.
Nun war es wohl vorbei, ich werde wohl sterben. Es führte kein Weg daran vorbei und keiner zurück. Ich werde sterben und nicht als jemand ganz neues aufwachen, der eine andere Vergangenheit mit sich trug. Mein Leben wird wohl oder übel hier enden. Als ich mein Spiegelbild in dem feingeschweißten Messer erblickte, wusste ich, dass wohl alles einmal ein Ende hatte.
Kein Vogel sang ewig. Kein Feuer brannte endlos. Jede Blume wurde einmal ausgerissen. Liebe war vergänglich.
Nichts hielt. Keine Freude. Keine Trauer. Keine Wut.
Alles verschwand mit der Zeit, somit musste auch ich irgendwann gehen und mit mir meine Erinnerungen, die nichts als die Vergangenheit waren. Vielleicht wird auch sie mit der Zeit in den Herzen der Leute vergehen, wenn ich einmal nicht mehr war.
Eines Tages, dachte ich lächelnd, während der Mann mit dem Messer vor mir stand, Angesicht zu Angesicht, hätte mich das Leben selbst sowieso um den letzten Verstand gebracht.
Meine Hände bewegten sich langsam zu meinem Halsrücken hin und ich spürte leicht die Dellen der Wunden. Doch hätte ich noch einen Wunsch auf der Welt, dann wäre es nicht, dass mein Atem langsamer wurde, sondern dass ich sie noch ein letztes Mal sehen konnte.
Ich hätte mir gewünscht, dass ich noch einmal durch die Tür des Waisenhauses gehen durfte und Sofie dort saß, doch dass sie sich, sobald sie mich sah, mir flennend um den Hals schlang. Ich würde mir wünschen, sie zu sehen, wie sie sich freute, mich zu sehen und wie dankbar sie war, dass ich bei ihr war.
Sofie. Wie sie leibte und lebte.
„Aufhören!“, ertönte plötzlich eine Stimme, die in der Türschwelle stand. Ich hörte ein Schnaufen von dort und ein leichter Luftzug flog an mir vorbei und brachte mein Haar für eine Weile zum Tanzen. Bevor ich überlegen konnte, wer das war, wusste ich es schon.


Ich bin immer offen für Kritik/ Anregungen und Meinungen ^^
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Zweifun
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BeitragThema: Re: Deleted Scene   Sa Feb 15, 2014 12:10 pm

Also, ich bin zwar kein guter Kritikschreiber, aber ich wollte trotzdem was dazu sagen . . . sonst hätte ich es ja völlig umsonst gelesen ;D
Also, erster und wahrscheinlich letzter Kritikpunkt: Dein Schreibstil ist recht gut, aber noch ausbaufähig. Also schön dranbleiben, weiterschreiben und immer besser werden ^^
Ansonsten, was wirklich gut war: Die Spannung war die ganze Zeit über spürbar und hat sich immer wieder erhöht, so dass man gar nicht anders konnte als weiterzulesen - also von mir bekommst du ein sehr gut in Sachen Spannung *o*
Letztlich wäre nur noch zu sagen, dass ich es schade finde, nicht die ganze Geschichte lesen zu können - da gab es eben einige Stellen, über die ich gerne mehr erfahren hätte  lol! 
Also, in diesem Sinne, wünsch ich dir noch viel Spaß beim Schreiben und liebe Grüße meinerseits ^^
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KitaKana
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BeitragThema: Re: Deleted Scene   So Feb 23, 2014 5:11 pm

Vielen herzlichen Dank für deine Kritik ^-^ du weißt ja gar nicht wie wichtig das für mich war, es mal von jemanden (ich sag mal) neutralem zu hören~
also erstmal zu dem Schreibstil: Der ist deswegen recht unausgereift, weil der Text auch schon etwas älter ist, (werde aber trotzdem schön dran bleiben ^^) aber es freut mich wahnsinnig, dass dir die Spannung gefallen hat (mir sind im Nachhinein ein paar Fehler aufgefallen, danke, dass du es ignoriert hast o.o)
Die ganze Geschichte ist ziemlich skurril, aber der eigentliche Grund, warum man sie vermutlich nie zu lesen bekommen wird, ist der, dass er über drei-vier Jahre hinweg entstanden ist und der Schreibstil von Unzufrieden bis hin zu Gut geht... ich habe schon versucht, Sätze einzufügen, aber das macht es leider nicht besser  Embarassed 
Noch mal vielen Dank fürs Lesen und liebe Grüße zurück  lol!
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BeitragThema: Re: Deleted Scene   So März 09, 2014 6:45 pm

Hey, das Problem kenn ich auch - ich schreibe auch schon seit ewigkeiten an der einen Geschichte ^^'
Also, ich hab es gelöst indem ich einfach mehrere Versionen geschrieben habe! Es bringt ganz schön viele Vorteile mit sich: Zum Beispiel kannst du während du deine Geschichte überarbeitest auch ganz neue Elemente einbringen, mal verschiedene Sachen ausprobieren und nebenbei noch deinen Schreibstil verfeinern *o*
Ich arbeite gerade an meiner 6. Version und ich muss sagen, es macht immer wieder Spaß es von vorn zu versuchen ^^
Ich weiß zwar nicht ob das für jeden gilt, aber mir macht´s jedenfalls Spaß - ob´s auch für dich gilt musst du wohl selbst rausfinden.
. . . also dann, ich muss wohl noch nach ein paar ignorierten Fehlern in deinem Text suchen ;D

In diesem Sinne, noch viel Spaß beim Schreiben und liebe Grüße meinerseits  lol!
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