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 Romanauszug....

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Lille
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BeitragThema: Romanauszug....   Sa Dez 25, 2010 5:18 pm

Mia fuhr mit ihrem nagelneuen BMW zwischen den Feldern zu ihrem Appartement, das ihre Eltern ihr, vor drei Jahren zum Geburtstag, geschenkt hatten. Die Eltern selbst waren nicht da gewesen. Am Anfang hatte sie ihr Appartement vermietet. Mia selbst wohnte jetzt erst zwei Jahre lang in ihrem Appartement und ihre Eltern hatten sie noch nie besucht. Sie fing leise an zu weinen. Mia lenkte scharf um. Beinahe hätte sie die Kurve vergessen. Wäre sie geradeaus gefahren und hätte es nicht bemerkt, dann wäre sie vor der unheimlichen Höhle stehen geblieben. Sie war lange nicht mehr dort gewesen. Früher saß sie oft dort und hatte geweint, wenn die Eltern mal zwei Stunden lang nicht mit ihr gespielt hatten. Sie konnte sich nur noch spärlich an diese Zeit erinnern. Jetzt waren die Eltern nie für Mia da. Sie mussten ihren Jobs nachgehen. Beide waren Forscher. Beide waren in der ganzen Welt umhergereißt. Im Moment saßen sie wahrscheinlich irgendwo in Spanien am Strand und mussten Sonnencremes testen. Sie waren so egoistisch geworden. Seit drei Jahren hatten sie diesen Job. Mia hatte anfangs bei der besten Freundin ihrer Mutter gelebt, doch diese hat sie raus geschmissen, da sie meinte, dass Mia jetzt alt genug wäre um sich selbst zu versorgen. Als sie nicht mehr konnte, schmiss sie die Mieter ihres Appartements von einem auf den anderen Tag raus. Sie wollte nicht von ihren Eltern abhängig sein, aber sie konnte die Wohnung nicht einfach kündigen. Als sie ankam, ging sie in die Küche, um sich einen Cappuccino zu machen. Erst bemerkte sie das leise Knacken hinter sich nicht, doch dann spürte sie einen harten Schlag auf dem Hinterkopf, ehe sie bewusstlos auf die kalten, blauen Fliesen fiel....

*

Cora war sofort losgefahren, als sie vom Mord in dem Appartement hörte, in dem sie einst gelebt hatte. Sie war die Hauptkommissarin der Polizeistation. „Mia ist sofort tot gewesen“, sagte der Gerichtsmediziner. „Wer hat sie gefunden?“ „Karla Müller, Mias beste Freundin.“ „Wurde sie erschlagen?“, fragte Cora. „Ja. Mit einer langen Eisenstange. Der Mörder muss irgendwie in ihr Haus eingedrungen sein.“ Ein Mann von der Spurensicherung kam hinzu und sagte zu Cora: „Stimmt. Wahrscheinlich durch den Keller. Einer der Fensterrahmen ist stark verzogen.“ „Irgendwelche Fingerabdrücke?“ Cora brauchte jedes Detail für ihre Ermittlungen. „Ja. Aber die haben wir schon überprüft. Alle nur von Mia. Außer der eine, aber Mias beste Freundin sagte, dass Mia seit längerem eine Putzfrau hatte. Ihre Kollegin ist auf dem Weg zu ihr.“ „Dankeschön. Bitte informieren Sie mich, wenn Sie weitere Spuren sichergestellt haben.“ Mit diesen Worten wandte sich Cora ab, setzte sich in ihr Auto und machte sich auf den Heimweg. Es war schon neunzehn Uhr. Normalerweise hatte sie achtzehn Uhr Schluss. Sie hatte vergessen den Beamten zu fragen, ob Mia irgendwelche Verwandtschaft hatte. Das musste eben bis zum nächsten Morgen warten.

*

Ich wollte Mia nicht umbringen!, schoss es ihm durch den Kopf. Sie hätte es eben nicht erfahren dürfen. Selbst schuld! Was ging sie das überhaupt an?! Und mit so einer hatte seine Tochter ihre Sommerferien und auch die anderen Ferien verbracht. Widerwärtig!

*

„Mensch, Ivo! Mach hin! Warum träumst du denn schon wieder?“, rief Dolly, seine Kollegin und gute Freundin. „Nichts, nichts. Ich habe bloß nachgedacht. Was ist denn?“, fragte Ivo. Er musste die ganze Zeit an Mia denken. „Na, wir müssen doch zu dem Patienten auf die Intensiv!“ Wie kann man nur so vergesslich sein, dachte Dolly. „Mach mal ´ne kleine Pause! Dich kann ich jetzt eh zu nix gebrauchen....“

*
Coras Handy klingelte. Sie fragte sich, warum sie jetzt keine Lust hatte dran zu gehen. Als Polizistin durfte einem ein Fall nicht so unter die Nieren gehen. Und wieso war es genau in diesem Fall so? Sie konnte nicht ruhig fahren. Zu Hause wartete eh niemand auf sie. Vor zwei Wochen hatte sich ihr Freund von ihr getrennt. Der Schmerz saß immer noch tief. In diesem Zustand konnte sie auf keinen Fall weiterfahren. Am nächsten Hotel machte sie Halt. Sie hatte ein Zimmer im 3. Stock. Mia hatte auch im 3. Stock gewohnt. Warum musste sie immer an Mia denken? Diese Mia ging ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf! Sollte sie die Arbeit an diesem Fall vielleicht an jemand anderes abgeben? Sie wusste nicht aus welchem Grund, aber irgendwie fühlte Cora sich für Mia verantwortlich. Dieser Fall musste geklärt werden. Es hätte genauso gut sein können, dass Cora selbst noch in diesem Apartment gewohnt hätte. Dann hätte sie jetzt auch tot sein können... Oder war dieser Mord eigentlich für sie bestimmt gewesen? Dann wäre wegen ihr jetzt ein unschuldiger Mensch zu Grunde gegangen! Das könnte sie sich niemals verzeihen! Sowas Blödes aber auch! Sie ließ sich auf ihr Bett im Hotel fallen und schlief ein.

*

Er hatte die fast beste Freundin seiner Tochter umgebracht. Er machte sich große Vorwürfe. Es hatte ihn auch nicht weiter gebracht. Das mit der Eisenstange war eine Kurzschlussreaktion. Das hätte nicht passieren dürfen! Seine Tochter wollte garantiert zu der Beerdigung, aber er war ja auf „Dienstreise“ und seine Frau hatte kein Auto. Also musste Sina wohl oder übel zu Hause bleiben. Sein Handy klingelte. Seine Frau. Er hob ab: „Ja, hallo! Wie geht es euch Beiden so?“ Sie sagte mit aufgeregter Stimme: „Sina ist weg! Sie ist vorgestern, als du weg bist nicht in der Schule erschienen, und am Nachmittag auch nicht nach Hause gekommen!!!“ „Beruhige dich! Vielleicht ist sie ja bei Freunden! Ich bin auch gerade in einer wichtigen Besprechung, lass uns nachher weiter telefonieren.“ Er legte auf. Die Zeitungen quollen über mit Fakten über den Mord! Die Nachricht, dass eine Millionärstochter ermordet worden war, verbreitete sich, wie ein Lauffeuer! Er stellte sich auf den nächstbesten Parkplatz und setzte sich auf den Beifahrersitz, den er in Liegeposition stellen konnte. Er legte sich hin und schlief bald ein, aber er hatte nur Albträume in denen es um Mia ging. Wie sollte es nur weitergehen?!

*

„Puh, endlich geschafft! Dieser Patient ist echt schwierig. Hoffentlich kommt er bald von der Intensiv runter. Und hoffentlich ist er dann wieder normal! Ich hasse es, wenn die Patienten so ein Wirrwarr reden“, sagte Dolly. Ivo antwortete irgendwie neben der Spur: „Ich habe schon Schlimmeres erlebt. Sag mal, was hast du denn heute noch vor?“ „Keine Ahnung. Aber ich schätze in zwei Sekunden habe ich was vor“, sagte Dolly lachend. „Ich weiß nicht, aber vielleicht hast du ja Lust mit mir und ein paar Freunden zuerst ins Kino und anschließend Essen zu gehen.“ „Gerne. Wann wollt ihr los?“ „Gleich nach der Arbeit. Oder musst du nochmal nach Hause?“, fragte Ivo. „Nee. Ich wollte zwar eigentlich noch schnell duschen, aber das kann ich ja auch noch nachher machen.“

*


Als Cora mitten in der Nacht aufwachte, hörte sie ein merkwürdiges Klopfen. Sie dachte, dass irgendjemand auf dem Flur entlang lief. Doch als sie am nächsten Morgen ins Bad wollte, war von innen abgeschlossen. Dabei war sie doch am Abend erst darin gewesen! Sie zog sich an und ging an die Information, um einen Zweitschlüssel zu holen. Die freundliche Dame dort fragte: „Guten Morgen! Was kann ich für sie tun?“ „Ich hätte gerne einen Zweitschlüssel für das Bad vom Zimmer 364. Von innen ist zugeschlossen, aber ich war gestern Abend erst drin. Da kann irgendwas nicht stimmen!“ „Es tut mir Leid, aber ich kann Ihnen den Schlüssel nicht einfach so aushändigen. Da muss ich den Chef erst fragen.“ Cora zeigte bereitwillig ihren Polizeiausweis, woraufhin die Empfangsdame ihr den Schlüssel reichte.



*

Als er aufwachte, wusste er zuerst nicht wo er sich befand. Als ihm einfiel, was er am Tag zuvor getan hatte, setzte er sich hinters Steuer.

*

Auf dieser Station war es sehr unheimlich. Schließlich wurden hier Leichen aufbewahrt bis sie in die Gerichtsmedizin kamen. Ivo mochte es ganz und gar nicht. Da wurde er viel zu sehr an Mia erinnert. Wer auch immer sie ermordet hatte, musste damit rechnen, dass Cora ihn bekommt. Cora war die beste Kommissarin, die er kannte. Er wollte sich bei Mia entschuldigen, sie nach einem Neuanfang fragen, aber dann sah er sie tot auf dem Boden liegen. Er war ihr Freund gewesen. Eine Woche vor dem Mord hatten sie sich getrennt. Die Polizei verdächtigte auch ihn, aber es lagen keine Beweise vor. Er wollte am morgigen Nachmittag zur Beerdigung gehen. Die Polizei hatte ihm zwar gesagt, dass er lieber zu Hause bleiben sollte, aber er musste Mia ihre letzte Ehre einfach erweisen. Sie würde ihm sonst nie verzeihen. Er wollte ihr ein Herz mit Rosen kaufen. Das würde zwar ein Loch in seinen Geldbeutel reißen, aber das war ihm echt egal! Ivo hatte den Schock schon halbwegs überstanden. Manchmal wünschte er sich Mia wieder. Aber er wusste: Mia war tot. Sie würde nie wieder für bzw. mit ihm lachen. Er musste loslassen...


*

Cora kam dem Badezimmer näher. Die Schritte darin waren nicht zu überhören. Sie hatte keine Angst, war aber gespannt, wer sich darin verbarg. Als sie die Tür aufschloss und ins Badezimmer trat, waren all ihre Zweifel, wie weggeblasen. Da saß ein süßer, kleiner Vogel auf dem Boden. Er musste auf den Schlüssel geflogen sein und der Schlüssel hatte sich dann gedreht. Wie logisch! In diesem Moment klopfte es an der Tür und der Typ aus dem Nachbarzimmer kam herein und entschuldigte sich dafür, dass er so laut Schlagzeug gespielt hatte. Eigentlich war es ja für Schlagzeug total leise gewesen, aber eben störend. Tja, so schnell kann eine Kommissarin einen Schrecken für ihr Leben bekommen!

*

Man! Seine Schwester musste ihn aus dem Keller holen. Es war ihm noch nie passiert, dass die Tür vom Keller oben zu gefallen war und er darin gefangen war. Er tastete sich vorsichtig an der Wand entlang. „Bäh!“, schrie er plötzlich, denn er hatte direkt in ein Spinnennetz gefasst. Oben ging endlich die Tür auf.

*

Ivo musste wieder zu seiner Schicht im Krankenhaus. Er vermisste Mia so sehr. Alle anderen waren ihm völlig egal. Er hatte sein Geld nachgezählt und bemerkt, dass er gerade mal die Hälfte für so ein Rosenherz hatte. Ivo musste seine Eltern anbetteln, doch diese fragten sich, wieso man überhaupt Blumen für jemanden kaufen wollte, der schon längst tot war. Sie waren in Geldsachen schon immer so. Nie mehr, als man brauchte. Das war das Motto in dieser Familie. Gott sei Dank hatte Ivo das nicht geerbt. Mia war ihm so wichtig gewesen. Diese Liebe war etwas ganz Besonderes. Er musste dieses Herz kaufen. Und wenn er Dolly fragen musste. Sie würde ihm ganz bestimmt die Kohle leihen, wenn sie wüsste für was.

*

Cora wollte sich noch ein wenig in Mias Apartment umgucken. Als sie ankam hörte sie komische Geräusche im Wohnzimmer. Mach dich nicht verrückt!, dachte sie und versuchte sich zu beruhigen. Plötzlich sah sie einen dunklen Schatten an der Wand im Flur. Sie zuckte zusammen. Cora war mit einem Einbrecher zusammen in der Wohnung einer Ermordeten. Was, wenn es der Mörder war? Sie machte ein paar Schritte rückwärts ehe sie hinfiel. Musste dieser blöde Teppich unbedingt eine Falte haben? Sie stand schnell wieder auf. Dann schlich sie sich ins Wohnzimmer. So leise war sie noch nie gewesen. „Hände hoch! Polizei!“, rief sie. Doch da zückte der Maskierte, der ihr gegenüber stand, auch schon seine Pistole und drückte ab. Er traf ungefähr zehn Zentimeter neben Cora. Diese zückte ihre Pistole ebenfalls und traf den Maskierten an der Schulter. Dieser drückte mit schmerzverzerrtem Gesicht seine andere Hand auf die Wunde und lief so schnell er konnte zur Tür. Cora folgte ihm, doch nach hundert Metern gab sie auf. Der Typ war einfach zu schnell. Mist, sie hatte vergessen, dass sie in so einer Situation Verstärkung holen sollte, da sonst der Täter über alle Berge ist. Das könnte sie die Arbeitsstelle kosten.

*

Diese blöde Kommissarin! Fast hätte er sie erwischt. Wie konnte das nur passieren? Zum Glück hat sie keine Verstärkung geholt. Er konnte sich noch gerade so hinter einer Hecke verstecken. Er musste wieder nach Holland. Dort war er sicherer. Außerdem durfte seine Familie nichts merken. Er hatte gesagt, er hätte eine Weiterbildung in Berlin. Niemand würde bemerken, wenn er sich wieder nach Holland schleichen würde. Doch er musste an der Grenze aufpassen.

*

Zum Glück sieht er mich hier nicht, dachte Sina. Wenn sie von ihm entdeckt werden würde, dann könnte sie nur mit dem Schlimmsten rechnen. Er hatte Mia, ihre beste Freundin, ermordet. Und Sina hatte es gesehen. Sie wollte einfach mal sehen, wie es auf so einer Weiterbildung ist. Die schrecklichen Bilder wollten einfach nicht aus ihrem Kopf raus. Sie waren da und würden nie wieder verschwinden. Sie musste sich irgendwie ins Auto schleichen. Hoffentlich wurde sie nicht entdeckt.

*

Auf der Wache angekommen, erzählte Cora ihren Kollegen gleich was passiert war. Ihr Chef machte ein Riesen-Theater. Sie war schon so lange bei ihm, da konnte er sie nicht einfach so rausschmeißen. Zum Glück tat er dies auch nicht. Allerdings begründete er es damit, dass sie seine beste Kommissarin sei.













Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt.
Ein Mensch, der immer für uns da war, ist nicht mehr.
Er fehlt uns.
Was bleibt, sind dankbare Erinnerungen,
die uns niemand nehmen kann.

Mia Elisabeth Langner


13.07.1991 – 28.07.2010

Wir alle werden dich sehr vermissen.
Im Namen deiner Großeltern Werner und Cornelia Langner.







Als Ivo die Traueranzeige las rollten ihm die Tränen über die Wangen. Der Spruch war nicht der beste, aber er traf genau auf seinen Engel Mia zu. Er vermisste sie, wie seine Ex-Freundin, die ebenfalls gestorben war. Allerdings wurde sie nicht ermordet, sondern kam durch einen Autounfall ums Leben. Hatte er denn nie Glück mit Frauen? Er musste nach Hause um sich für die Beerdigung fertig zu machen.

*

Junges Mädchen ermordet aufgefunden

Die 19-jährige Mia L. Wurde am Dienstag Nachmittag tot in ihrem Apartment aufgefunden. Ihr 21-jähriger Ex-Freund hatte sie gefunden. Wahrscheinlich wurde sie mit einer Eisenstange erdrosselt. Weitere Angaben machte die Polizei noch nicht. Sie schließen mehrere Mörder aus.

Manuel Brückner


*

Die Zeitungen liefen über mit Meldungen über dieses Mädchen. Er konnte sie einfach nicht leiden. Warum musste sie unbedingt mit seiner Tochter rumhängen? Zum Glück hatte er Verbandszeug dabei, sonst hätte er mit seinem Oberarm ein Problem mehr gehabt. Er war jetzt auf dem Weg nach Holland. Ständig hatte er das Gefühl beobachtet zu werden, doch er wusste nicht von wem.




*


Mist! Fast hätte er sie entdeckt. Sina duckte sich blitzschnell. Er durfte sie im Kofferraum auf keinen Fall erblicken. Dann würde ein Höllentheater losgehen. Ihre Nase juckte. Nicht niesen, redete sie sich ein, nicht.... „HATSCHIIIIIIIIIII!“ Und schon war es passiert. Er drehte sich blitzschnell um. Sina wollte die Hintertür von innen aufmachen und rausspringen, doch er drückte schon die Zentralverriegelung.

*

„Sina! Was machst du hier?“, schrie er. „Ich... Ich wollte auch mal bei so einer Weiterbildung zugucken. Wa... Warum hast du gelogen? Und: Warum hast du Mia ermordet?“, brachte Sina unter Tränen hervor. Er nahm seine Hand und knallte voll hin. Sie wich zurück, hielt sich die Wange. Er drehte den Schlüssel um und fuhr weiter. Nur bis zum nächsten Wald, sagte er sich. Und Wälder gab es in der Gegend echt genug.

*

Cora hatte alle Krankenhäuser nach diesem Typen abgesucht. Nirgends war er! Ein Mensch konnte doch nicht schwerstverletzt irgendwo rumrennen. Tja, es gab eben abgehärtete Typen – leider. Sie hasste ihren Job ab und zu. Sie musste diesen Mistkerl finden. Sie könnte ihre Wohnung darauf verwetten, dass es Mias Mörder war. Er hatte eine Maske getragen. Also konnte sie auch kein Phantombild erstellen. Leider hatte er auch kein Wort gesprochen, damit sie rausfinden konnte, ob es ein Deutscher war. Er war jetzt auf der Flucht. Sie konnte nichts tun, außer weiter Spuren suchen. Alleine würde sie aber nicht nochmal in dieses Apartment gehen.

*

Auf der Beerdigung waren nicht viele Leute. Nicht mal Cora. Ivo war richtig wütend auf Mias Eltern. Sie befanden sich auf einer Südafrika-Reise, für die sie mindestens 3.000 € bekommen würden. Da interessierten sie sich nicht mal für die Beerdigung ihrer einzigen Tochter. Tja, Mia war sowieso tot. Ihr die letzte Ehre zu erweisen ist doch völliger Blödsinn, versuchte sich Ivo in die Lage der Eltern zu versetzen. Aber er konnte es nicht verstehen. Jetzt musste Mias Mörder gefunden werden. Nichts anderes.

*

Er bog in den Wald ein. Wie weit muss ich noch darein fahren, damit mich keiner mehr entdeckt, fragte er sich. Mia saß immernoch leichenblass auf dem Rücksitz. Sie rührte sich nicht. Gut so, dachte er. Er bog nochmals ab. Diesmal in einen kleinen Seitenweg. Dort war ein guter Ort.

*

Was wird er mit mir anstellen, dachte Sina. Dieser Wald war so dicht, dass sie keine Menschenseele sah. Sie hatte Angst. Er hatte schon Mia ermordet. Eine Frage quälte sie immer noch: WARUM???
Er drehte sich nach hinten. „Halt die Klappe. Außerdem, was meinst du mit: Warum?“, schrie er. Hatte sie diesen Gedanken ausgesprochen? „Ich will endlich wissen... Warum hast du Mia umgebracht?“, fragte sie. Er antwortete: „Was geht dich das an? Du bist genauso eine kleine Göre, wie Mia es war. Zum Glück ist sie jetzt tot!“ Sie wollte nichts mehr darauf sagen. Ihr war kotzübel. Der Wagen blieb stehen. Er zerrte Sina aus dem Auto. Hielt ihr das Messer an die Kehle. Sie wollte schreien, doch er presste seine Hand auf ihren Mund.

*

Ist dieser Mann psychisch gestört, dachte Jens. Er wollte einen schönen Waldspaziergang machen. Doch dann sah er diesen Verrückten. Er zerrte ein junges Mädchen aus seinem Auto. Dann hielt er ihr das Messer an die Kehle. Jens zog sein Handy aus der Tasche. Es durfte auf keinen Fall piepen. Er wählte die 110. Kurz darauf hatte er einen Mann von der Polizeidienststelle dran. Die Polizei zögerte keine Sekunde und fuhr augenblicklich zum Tatort. Plötzlich piepte Jens´ Handy. Ziemlich laut sogar. Seine Freundin rief an.

*

Er stach zu. Sina fiel zu Boden. Er sprang in sein Auto und fuhr los. Auf der Landstraße begegnete er auch schon der Polizei, die natürlich nicht wusste, dass er der Mörder war. Er fuhr und fuhr...

*

„Der Mann in dem dunklen Wagen hatte Blutspritzer am Hemd!“, rief Zoe. „Quatsch. Du hast dich bestimmt nur verguckt. Wir haben jetzt Wichtigeres zu tun“, antwortete Tim. Beides waren Polizeibeamte, die für den Fall von der ermordeten Sina Müller waren. Wer hatte dieses nette Mädchen ermordet? Tim hatte sie gekannt. Sie hatte keine Feinde. Im Gegenteil, sie hätte keiner Fliege was zu Leide tun können. Das wusste er. Tim kannte Sinas Vater sehr gut. Plötzlich fiel ihm auf, dass er sehr wenig über Sinas Vater wusste, aber dieser sehr viel über Tim. Er musste sich wieder aufs Fahren konzentrieren. Wieso hatte Zoe die ganze Zeit nichts gesagt? Er ja auch nicht. Warum motzte er jetzt rum? Er fuhr. Er fuhr in das abgelegene Waldstück, das Jens Becker ihm auf das Genaueste beschrieben hatte.


*


Wann kamen endlich dieser Herr Geiher und diese Frau Kindt? Jens fragte sich, wie lange Sina jetzt schon da lag. Wieso musste er bloß diesen Spaziergang machen? Er war mal wieder zur falschen Zeit am falschen Ort. Endlich! Die Polizei bog in den engen Waldweg ein. Waren es wirklich nur zwei Polizisten? Es war ein Mörder hier in der Nähe auf freiem Fuß! Das ging gar nicht. Wie viele Unschuldige Mädchen er schon ermordet hatte. Jetzt hatte er keine Zeit mehr zum Nachdenken, die Polizisten waren im Anmarsch.


*

Er fuhr, fuhr, fuhr.... Die Bullen saßen ihm im Nacken. Diese Frau im Polizeiauto hatte sich kurz nach ihm umgewandt. Hatte sie die sechs Bluttropfen auf seinem schneeweißen Hemd bemerkt? Hoffentlich nicht! Auf einmal hörte er das Blaulicht. Er musste sein Tempo verringern und langsam an die Seite fahren. Niemand durfte merken, dass er der Mörder war. Er musste sich benehmen, als ob er ein ganz normaler Mensch wäre. Er stand unter Verfolgungswahn. Er stand nicht unter Verfolgungswahn. Er wurde verfolgt.

*

Die Tote lag reglos auf dem Boden. Jens Becker kniete neben ihr. „Hallo. Sie haben den Mord beobachtet?“, fragte Zoe. „Ja“, antwortete der leichenblasse Zeuge. „Fühlen Sie sich heute schon bereit eine Aussage zu machen?“, fragte jetzt auch Tim. „Nein. Ich möchte nach Hause“, sagte Herr Becker und lief los. „Halt! Wir bringen Sie dorthin“, sagte Zoe und stieg in den Polizeiwagen. „Ich warte hier auf die Spurensicherung. Kommst du nachher noch mal?“, fragte jetzt Tim. „Ja. Ich muss jetzt los. Herr Becker hat einen Schock. Er muss nach Hause.“ Noch einmal starrte Jens Becker fassungslos auf die Leiche.

*



Cora blickte auf die Neuigkeiten der Polizeizeitung. Diebstahl in einer Einkaufsstraße, Drogen, …
Nichts Brauchbares dabei. Um den Mord an Mia zu lösen, würden sie Jahre brauchen, wenn sich der Täter nicht selbst stellte. Ob die Kollegen im Ausland schon was über ihn wussten? Sie musste sich mit ihnen in Verbindung setzen. Das würde sie heute erstmal beschäftigen. Zuerst würde sie die Kollegen aus den angrenzenden Staaten anrufen. Sie hatte keine Idee, wo sie anfangen sollte.

*

Ivo hatte auf dem Weg ins Krankenhaus alle Ohren voll zu tun. Dauernd rief irgendjemand an, doch er drückte alle weg. Dann die Erlösung: Cora stand auf dem Display. Er nahm ab, doch sie wollte nur sagen, dass die Polizei immer noch keine Spur hatte.

*

Es ging nicht mehr.... Er würde sich stellen müssen.... Ach, man ey! Wieso musste er alle beide umbringen... Eigentlich sollte nur SIE sterben... Und nun auch noch seine Tochter.... Er könnte heulen vor Wut auf sich selbst... Vielleicht sollte er sich einfach auch umbringen... Nein!!! Dann würde es ja so aussehen, als ob er Angst hätte! Er war stark. Er hatte keine Angst. Ein richtiger Mann versuchte selbst seine Probleme zu lösen. Richtige Männer petzten nicht alles gleich den Bullen.... Er musste verschwinden. Ich bin schon wieder viel zu weit von der Grenze weg, dachte er. Also drehte er und fuhr wieder Richtung Grenze zu Holland....

*

Am nächsten morgen studierte Cora wieder die Polizeizeitschrift. DA!! Ein Mord in Köln... Nein, dieser Mörder hatte eine ganz andere Vorgehensweise. Schade. Sie überflog das Blatt weiter. Bis ganz nach unten. Bingo! Ein Mord nahe der holländischen Grenze... Diese Sina war genauso alt, wie Mia. Und für diesen Mord gab es sogar Zeugen... Ich muss mich mit Zoe und Tim auseinandersetzen.

*




Also, Ich brauche eine passende Überschrift. Geht das mit den Namen alles so in Ordnung? Könnt ihr den Text mal nach Ausdrucksfehlern kontrollieren?

Wenn euch noch was auffällt, ich freue mich über jeden Post!
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Algieba
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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Mo Dez 27, 2010 9:56 pm

Hey Lille,

also erst einmal muss ich sagen, dass ich sehr begeistert von deiner Grammatik und deiner Rechtschreibung bin. Das ist wirklich gut!

Es lässt sich sehr flüssig lesen, deine Sätze sind kurz und prägnant und es gibt eigentlich fast keine Stolperstellen, was ein sehr großer Pluspunkt ist. Schnell baust du Spannung auf, die durch das sehr häufige Wechseln der Perspektiven eilig vorangetrieben wird, auch wenn dies ein wenige verwirrend wird.

Am Ende bekommen plötzlich einige Personen Nachnahmen, was allerdings bei Cora fehlt.

Dann verwechselst du Sina häufig (Mia [Sina] saß immer noch leichenblass auf dem Rücksitz), („Wer hat sie gefunden?“ „Karla [Sina] Müller, Mias beste Freundin.“). Und weiter unten, schreibst du, Ivo hätte sie gefunden.

Es ist dein eigener, reizvoller Stil, so rasch von einem Geschehnis zu einem anderen zu springen. Allerdings würde ich dir raten, nicht einfach einen Textblock hinzuklatschen, sonder Absätze zu machen. Zum Beispiel bei Wörtlichen Reden, damit man erkennen kann, wer den eigentlich spricht.

Oft benutzt du in darauffolgenden Sätzen die gleichen Wörter. An manchen Stellen passt es gut als Anapher (z.B.: "Beide" waren Forscher. "Beide" waren in der ganzen Welt umhergereist.), aber an manchen Stellen wäre es angebracht, ein Synonym zu finden (z.B.: Die Eltern "selbst" waren nicht da gewesen. Am Anfang hatte sie ihr "Appartement" vermietet. Mia "selbst" wohnte jetzt erst zwei Jahre lang in ihrem "Appartement"...)

Ungeschickt ist dieser Satz formuliert: Er nahm seine Hand und knallte voll hin. – Man kann seine Hand nicht nehmen und wenn du mit "hinknallen" "zuschlagen" meinst, könnte man eventuell schreiben: Er hob sein Hand und schmetterte sie mit voller Wucht in ihr entsetztes Gesicht.

Wie weit muss ich noch darein fahren, damit mich keiner mehr entdeckt, fragte er sich. – "darein" würde ich mit "hinein" ersetzen. Es gibt noch einige Formulierungsfehler, aber ich belasse es erst einmal dabei.

Ab und zu hast du Kommas vergessen, vorläufig bei Zusammengesetzten Sätzen. Da könntest du noch einmal drüber schauen.
Auch stören mich deine Ausrufezeichen, die du viel zu häufig verwendest. Ausrufezeichen sollen eine bestimme Wirkung erzielen, sollen Wichtiges unterstreichen und hervorheben. Wenn du sie aber ständig setzt, verlieren sie rasant an Wirkungskraft. Verteile sie sparsam und vermeide dabei Massentierhaltungen ("!!!"). Setzte sie dort, wo es einen Sinn macht, wo sie ihre Aufgabe erfüllen können.

Was mich überhaupt nicht überzeugt, ist Cora. Es fängt schon bei der Frage an:
„Wurde sie erschlagen?“ – Normalerweise, hätte es so ähnlich lauten müssen, wie: Was war die Todesursache? So aber scheint es, als wüsste Cora es schon fast, was aber keinen Sinn macht. Es sein denn, in letzter Zeit wären ähnliche Morde geschehen, aber dies ist nicht der Fall, denn es ist ja kein Serienmord.
Auch hier (Leider hatte er auch kein Wort gesprochen, damit sie rausfinden konnte, ob es ein Deutscher war.) scheint sie unbegründet allwissend zu sein, da sie ausschließen möchte, ob er Deutscher ist. Glaubhafter würde sein: ...damit sie rausfinden konnte, welcher Nationalität er angehörte.
Der Satz "Sowas Blödes aber auch!" ist unpassend und hemmt die Dramatik. Denn immerhin hegt Cora Vermutung, in höherer Verbindung mit dem Mord zu stehen und da würde ich es nicht so abschwächen.
Dann betonst du mehrmals, was für eine gute Kommissarin sie doch sei. Allerdings scheinen ihre Handlungsweisen dem sehr zu widersprechen. Beispielsweise, als sie den Vogel, der den Schlüssel umdreht, als Erklärung in Erwägung zieht. Denn als erfahrene Kommissarin würde sie das garantiert nicht auf sich beruhen lassen, denn der Vogel ist in keinster Weise eine plausible Erklärung. Auch wenn es für dich beabsichtigt ist, dem Leser in dem Glauben zu lassen, es sei tatsächlich der Vogel gewesen, wirkt es dadurch nur unrealistisch.
Auch als sie vergisst, Verstärkung zu holen. Du lässt Cora wider deine Behauptungen handeln und das ist nicht sehr vorteilhaft. Vielleicht solltest du dich mit diesem Charakter noch einmal intensiv auseinander setzen und überlegen, ob es wirklich so gut ist, wenn sie die super Kommissarin sein soll, doch dem Leser nichts zu bieten hat.

Auch das Motiv für Sina, warum sie ihrem Vater gefolgt ist, ist wenig überzeugend. Niemand interessiert sich dafür, was so auf der Weiterbildung seines Vaters abgeht und sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann würde sie sich nicht einfach heimlich hinterherschleichen. Dazu gibt es zu viele Hürden für ein Schulmädchen: Fahrtkosten, den genauen Termin der Weiterbildung, den Ort zu finden, Geld aufzutreiben, Schlafplatz zu finden etc., etc. Da wäre es für Sina leichter gewesen, einfach ihre Eltern um Mitfahrt zu bitten.
Überlege dir noch einmal den Beweggrund, warum Sina ihm gefolgt war. Vielleicht hatte sie eine Ahnung, da sie einem Telefongespräch lauschte, in dem er Andeutungen machte. Oder sie wollte gar nicht zu ihm, sondern hatte Streit mit ihren Eltern und wollte einfach zu Mia. Lass dir etwas einfallen, dass trau ich dir zu.

Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass die Polizisten Zoe die Blutspritzer sehen kann. Immerhin sind sie im Auto aneinander vorbeigefahren und Faktoren wie die Spiegelung des Lichts in der Frontscheibe, oder die Geschwindgeit verhindern, dass sie eine Tieffärbung auf seinem Hemd entdecken könnte.

Und woher soll Jens wissen, dass Tim Geiher und Zoe Kindt zu dem Tatort fahren? Die Polizei teilt generell den Notrufaussendern nicht mit, welche Kommissare oder Beamten sich auf den Weg machen. So kann auch Jens davon keine Notiz haben.
Auch kann Jens nicht wissen, dass der Mörder schon ein weiteres Mädchen ermordete. (Wie viele Unschuldige Mädchen er schon ermordet hatte.) Immerhin ist Jens nur ein Passant, der, wie du so schön sagtest, zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ebenso könnte er davon ausgehen, dass der Mörder Sina zunächst vergewaltigen wollte, doch sie dann schnell umbrachte, weil Jens (durch das Handypiepen) entdeckt wurde.

Aber auch der Mörder, Sinas Vater, selbst ist für mich wenig überzeugend. Das Motiv, weswegen er Mia umbrachte, ist noch unklar; Aber seine eigene Tochter? Wenn er wirklich solch ein kranker Psychopath ist, solltest du dir genau überlegen, warum er so ist. Dabei spielt seine Vergangenheit eine große Rolle, ebenso sein Verhältnis zu Mitmenschen. Ich bewundere dich, dass du es dir zutraust, dich wirklich in ein Gebiet zu wagen, das man jahrelang studieren kann. Auch wenn er aus unermesslicher Wut gehandelt hatte, gibt es einen psychologischen Grund dafür, was ein sehr umfangreiches und interessantes Gebiet ist.

Abschließend kann ich sagen, dass hinter deiner Sprache und deiner Fantasie großes Potential steckt. Schreib unbedingt weiter und lebe diese Leidenschaft für das Schreiben aus!
Allerdings hast du einige angesprochene Inhaltsfehler.
Normalerweise sollten die Charaktere die Handlung bestimmten, bei dir bestimmt aber die Handlung die Charaktere und verbiegt die Charaktere dabei so sehr, dass sie unglaubwürdig werden und damit auch die Story an Glaubhaftigkeit - Überzeugungskraft - verliert.
Lg
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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Di Dez 28, 2010 10:08 pm

Hey Lille,

also erst einmal muss ich sagen, dass ich sehr begeistert von deiner Grammatik und deiner Rechtschreibung bin. Das ist wirklich gut!

Es lässt sich sehr flüssig lesen, deine Sätze sind kurz und prägnant und es gibt eigentlich fast keine Stolperstellen, was ein sehr großer Pluspunkt ist. Schnell baust du Spannung auf, die durch das sehr häufige Wechseln der Perspektiven eilig vorangetrieben wird, auch wenn dies ein wenige verwirrend wird.

Am Ende bekommen plötzlich einige Personen Nachnahmen, was allerdings bei Cora fehlt.

Dann verwechselst du Sina häufig (Mia [Sina] saß immer noch leichenblass auf dem Rücksitz), („Wer hat sie gefunden?“ „Karla [Sina] Müller, Mias beste Freundin.“). Und weiter unten, schreibst du, Ivo hätte sie gefunden.

Es ist dein eigener, reizvoller Stil, so rasch von einem Geschehnis zu einem anderen zu springen. Allerdings würde ich dir raten, nicht einfach einen Textblock hinzuklatschen, sonder Absätze zu machen. Zum Beispiel bei Wörtlichen Reden, damit man erkennen kann, wer den eigentlich spricht.

Oft benutzt du in darauffolgenden Sätzen die gleichen Wörter. An manchen Stellen passt es gut als Anapher (z.B.: "Beide" waren Forscher. "Beide" waren in der ganzen Welt umhergereist.), aber an manchen Stellen wäre es angebracht, ein Synonym zu finden (z.B.: Die Eltern "selbst" waren nicht da gewesen. Am Anfang hatte sie ihr "Appartement" vermietet. Mia "selbst" wohnte jetzt erst zwei Jahre lang in ihrem "Appartement"...)

Ungeschickt ist dieser Satz formuliert: Er nahm seine Hand und knallte voll hin. – Man kann seine Hand nicht nehmen und wenn du mit "hinknallen" "zuschlagen" meinst, könnte man eventuell schreiben: Er hob sein Hand und schmetterte sie mit voller Wucht in ihr entsetztes Gesicht.

Wie weit muss ich noch darein fahren, damit mich keiner mehr entdeckt, fragte er sich. – "darein" würde ich mit "hinein" ersetzen. Es gibt noch einige Formulierungsfehler, aber ich belasse es erst einmal dabei.

Ab und zu hast du Kommas vergessen, vorläufig bei Zusammengesetzten Sätzen. Da könntest du noch einmal drüber schauen.
Auch stören mich deine Ausrufezeichen, die du viel zu häufig verwendest. Ausrufezeichen sollen eine bestimme Wirkung erzielen, sollen Wichtiges unterstreichen und hervorheben. Wenn du sie aber ständig setzt, verlieren sie rasant an Wirkungskraft. Verteile sie sparsam und vermeide dabei Massentierhaltungen ("!!!"). Setzte sie dort, wo es einen Sinn macht, wo sie ihre Aufgabe erfüllen können.

Was mich überhaupt nicht überzeugt, ist Cora. Es fängt schon bei der Frage an:
„Wurde sie erschlagen?“ – Normalerweise, hätte es so ähnlich lauten müssen, wie: Was war die Todesursache? So aber scheint es, als wüsste Cora es schon fast, was aber keinen Sinn macht. Es sein denn, in letzter Zeit wären ähnliche Morde geschehen, aber dies ist nicht der Fall, denn es ist ja kein Serienmord.
Auch hier (Leider hatte er auch kein Wort gesprochen, damit sie rausfinden konnte, ob es ein Deutscher war.) scheint sie unbegründet allwissend zu sein, da sie ausschließen möchte, ob er Deutscher ist. Glaubhafter würde sein: ...damit sie rausfinden konnte, welcher Nationalität er angehörte.
Der Satz "Sowas Blödes aber auch!" ist unpassend und hemmt die Dramatik. Denn immerhin hegt Cora Vermutung, in höherer Verbindung mit dem Mord zu stehen und da würde ich es nicht so abschwächen.
Dann betonst du mehrmals, was für eine gute Kommissarin sie doch sei. Allerdings scheinen ihre Handlungsweisen dem sehr zu widersprechen. Beispielsweise, als sie den Vogel, der den Schlüssel umdreht, als Erklärung in Erwägung zieht. Denn als erfahrene Kommissarin würde sie das garantiert nicht auf sich beruhen lassen, denn der Vogel ist in keinster Weise eine plausible Erklärung. Auch wenn es für dich beabsichtigt ist, dem Leser in dem Glauben zu lassen, es sei tatsächlich der Vogel gewesen, wirkt es dadurch nur unrealistisch.
Auch als sie vergisst, Verstärkung zu holen. Du lässt Cora wider deine Behauptungen handeln und das ist nicht sehr vorteilhaft. Vielleicht solltest du dich mit diesem Charakter noch einmal intensiv auseinander setzen und überlegen, ob es wirklich so gut ist, wenn sie die super Kommissarin sein soll, doch dem Leser nichts zu bieten hat.

Auch das Motiv für Sina, warum sie ihrem Vater gefolgt ist, ist wenig überzeugend. Niemand interessiert sich dafür, was so auf der Weiterbildung seines Vaters abgeht und sollte dies tatsächlich der Fall sein, dann würde sie sich nicht einfach heimlich hinterherschleichen. Dazu gibt es zu viele Hürden für ein Schulmädchen: Fahrtkosten, den genauen Termin der Weiterbildung, den Ort zu finden, Geld aufzutreiben, Schlafplatz zu finden etc., etc. Da wäre es für Sina leichter gewesen, einfach ihre Eltern um Mitfahrt zu bitten.
Überlege dir noch einmal den Beweggrund, warum Sina ihm gefolgt war. Vielleicht hatte sie eine Ahnung, da sie einem Telefongespräch lauschte, in dem er Andeutungen machte. Oder sie wollte gar nicht zu ihm, sondern hatte Streit mit ihren Eltern und wollte einfach zu Mia. Lass dir etwas einfallen, dass trau ich dir zu.

Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass die Polizisten Zoe die Blutspritzer sehen kann. Immerhin sind sie im Auto aneinander vorbeigefahren und Faktoren wie die Spiegelung des Lichts in der Frontscheibe, oder die Geschwindgeit verhindern, dass sie eine Tieffärbung auf seinem Hemd entdecken könnte.

Und woher soll Jens wissen, dass Tim Geiher und Zoe Kindt zu dem Tatort fahren? Die Polizei teilt generell den Notrufaussendern nicht mit, welche Kommissare oder Beamten sich auf den Weg machen. So kann auch Jens davon keine Notiz haben.
Auch kann Jens nicht wissen, dass der Mörder schon ein weiteres Mädchen ermordete. (Wie viele Unschuldige Mädchen er schon ermordet hatte.) Immerhin ist Jens nur ein Passant, der, wie du so schön sagtest, zur falschen Zeit am falschen Ort war. Ebenso könnte er davon ausgehen, dass der Mörder Sina zunächst vergewaltigen wollte, doch sie dann schnell umbrachte, weil Jens (durch das Handypiepen) entdeckt wurde.

Aber auch der Mörder, Sinas Vater, selbst ist für mich wenig überzeugend. Das Motiv, weswegen er Mia umbrachte, ist noch unklar; Aber seine eigene Tochter? Wenn er wirklich solch ein kranker Psychopath ist, solltest du dir genau überlegen, warum er so ist. Dabei spielt seine Vergangenheit eine große Rolle, ebenso sein Verhältnis zu Mitmenschen. Ich bewundere dich, dass du es dir zutraust, dich wirklich in ein Gebiet zu wagen, das man jahrelang studieren kann. Auch wenn er aus unermesslicher Wut gehandelt hatte, gibt es einen psychologischen Grund dafür, was ein sehr umfangreiches und interessantes Gebiet ist.

Abschließend kann ich sagen, dass hinter deiner Sprache und deiner Fantasie großes Potential steckt. Schreib unbedingt weiter und lebe diese Leidenschaft für das Schreiben aus!
Allerdings hast du einige angesprochene Inhaltsfehler.
Normalerweise sollten die Charaktere die Handlung bestimmten, bei dir bestimmt aber die Handlung die Charaktere und verbiegt die Charaktere dabei so sehr, dass sie unglaubwürdig werden und damit auch die Story an Glaubhaftigkeit - Überzeugungskraft - verliert.
Lg

Hi.
Erstmal vielen Dank für deine Antwort Smile
Ich finde deine Kritiken sehr gut.

Das mit dem "kranken Psychopath", wie du es nennst, ist wirklich so und kommt am Ende heraus, nachdem Sinas Vater schon mal im Gefängnis saß.

Das, was du gesagt hast, darauf habe ich noch gar nicht wirklich geachtet, aber du hast Recht.
Heute habe ich keine Zeit mehr, aber ich werde mich bald um meine Fehler, besonders um Cora, kümmern.
Ich finde es sehr schön, auch mal eine Kritik von "außen" zu hören, da es meine Angehörigen und Freunde i-wie nicht lesen dürfen. Ich weiß nicht, wieso, aber keine Ahnung, das finde ich i-wie komisch. Smile

Naja, dann erst mal vielen Dank, dass du so schnell mal drüber gelesen hast....

* ich bin 13 geworden Smile
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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Mi Dez 29, 2010 1:24 pm

Schön, dass ich dir helfen konnte.
Allerdings würde ich dir raten, die Überarbeitung nicht unter Zeitdruck durchzuführen. Lass dir viel Zeit zum Nachdenken, um es wirklich realistisch zu gestalten.

Aber wer liest deine Geschichten dann, wenn nicht Freunde und Verwandte? Klar, bei ihnen kann man sich nie so sicher sein, ob sie das Lob ehrlich meinen, oder ob sie uns einfach nicht verletzen wollen.
Aber bei meiner Familie klappt das mittlerweile recht gut. Neben mir selbst sind meine Schwestern meine härtesten Kritiker, nur meine Mutter geht noch etwas schonend vor.


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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Mi Dez 29, 2010 2:53 pm

Schön, dass ich dir helfen konnte.
Allerdings würde ich dir raten, die Überarbeitung nicht unter Zeitdruck durchzuführen. Lass dir viel Zeit zum Nachdenken, um es wirklich realistisch zu gestalten.

Aber wer liest deine Geschichten dann, wenn nicht Freunde und Verwandte? Klar, bei ihnen kann man sich nie so sicher sein, ob sie das Lob ehrlich meinen, oder ob sie uns einfach nicht verletzen wollen.
Aber bei meiner Familie klappt das mittlerweile recht gut. Neben mir selbst sind meine Schwestern meine härtesten Kritiker, nur meine Mutter geht noch etwas schonend vor.

Ja, ich freue mich auch, dass du mir geholfen hast.

Ich lasse mir auf jeden Fall viiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiel Zeit zum Nachdenken Smile

Ich habe keine Geschwister und meine Eltern würden es sowieso gut finden bzw. es auf jeden Fall so sagen. Meine Freunde lesen nicht gerne Krimis und die, die es tun, haben einfach keinen Bock meinen Krimi zu korrigieren :*(

Aber ich muss meinen Freunden regelmäßig bei irgendwelchen Geschichten oder Aufsätzen helfen. Sad

Naja ist ja egal :*(

Bis bald Smile
HDL
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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Mo Jan 03, 2011 4:46 am

Hallo ,
also viel kann ich nicht mehr schreiben da Algieba eigentlich schon alles
geschrieben hat ,
aber paar Sachen habe ich schon noch zusagen .
Also , ich fand der Perspektiven wechsel war ein bisschen verwirrend ,
sorry aber fast schon nervend meiner Meinung nach ,
vielleicht ist dein Schreibstil insgesammt eher die Sorte Text mit vielen
Perspektiven wechseln , aber etwas weniger Sicht winkel hätten der Geschichte gut getan .
Denn die Spannung wurde dadurch deutlich abgebaut , und ich konnte mich weniger
auf den Text konzentrieren,

Das Genre kam auch nicht so deutlich zum Vorschein (gab es über haupt ein bestimmtes ? )
Ich war mir nie so Sicher on überwiegend Drama , Krimi , oder doch etwas anderes ?

Sonst war es eigentlich Inordnung , leserlich , Grammatik und Rechtschreibung Top , Spannung war vorhanden und die Story kam deutlich hervor .

Also im großen und ganzen gut Gelungen.

Lg

P.S. Sorry das das negative so lang wurde und ich so wenig Positives geschrieben habe...
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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Mo Jan 03, 2011 9:18 pm

Das ist doch kein Problem, dass das Negative so lang wurde. Es gefällt mir, wenn ich Kritik bekomme und weiß, was ich alles noch verbessern kann Smile


Also Danke für deine Kritik bzw. dein Kommentar =)
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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Di Jan 04, 2011 4:08 pm

Gut Wink
Ich hatte nämlich eigentlich vor das Positive mehr hervor zu heben xD
Aber das hat nicht so geklappt o.0
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BeitragThema: Re: Romanauszug....   Fr Jan 07, 2011 7:42 pm

Ja, das klappt bei mir auch ab und zu nicht Smile
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